Welttag des Buches

Buchpremiere am Welttag des Buches: „Scheiterhaufen“
Neuauflage des historischen Romans des Kühlungsborner Autors Arnold Schneider

Am Sonntag, 23.4.2017 , 17 Uhr, wird das vom BS-Verlag Rostock verlegte Buch der Öffentlichkeit präsentiert.
Einen Einführungsvortrag mit der Lesung von markanten Textstellen hält Matthias Burkhardt.

 

Wer war Arnold Schneider?
Nur sehr alte Bewohner Kühlungsborns erinnern sich an den feinen, alten Herrn mit weißem Bart, der zusammen mit seiner Frau und der Schwägerin in der Lindenstraße / Ecke Strandstraße ein Papierwarengeschäft betrieb. ln seinem Laden konnte man auch Bücher kaufen, bestellen oder ausleihen. Dass er selbst schriftstellerisch tätig war, wussten die meisten Leute nicht. Vor dem 1930 in Eigenverlag erschienenen historischen Roman ,,Scheiterhaufen“ ist bereits 1913 das Bändchen,,Neue Märchen aus alterZeit“ in Plau am See erschienen. Vermutlich lebte er dort, bevor er sein Geschäft in Brunshaupten begründete. Über die Biografie dieses Mecklenburgers konnte nur wenig ermittelt werden:
Arnold Adolf Johann Heinrich Schneider ist am 20. Mai 1874 in Schwerin geboren und am 14. Juni desselben Jahres in der dortigen Schlosskirche getauft. Sein Vater trug die Berufsbezeichnung ,,Rentschreiber“, später ,,Kassier“ und gehört damit wohl zur Beamtenschaft der Landeshauptstadt. Über den Ausbildungsweg Arnold Schreibers ist nichts bekannt. Aus seinen Veröffentlichungen geht hervor, dass er ein feingeistiger, historisch interessierter Mensch war, der eine große Liebe zu Büchern und zu seiner mecklenburgischen Heimat in sich trug. lm Alter von fast 84 Jahren verstarb er am 7. Mai 1958 und wurde auf dem Alten Friedhof in Kühlungsborn beerdigt. Sein Nachlass ist ebenso
wenig erhalten wie seine Grabstätte. Es gibt nicht einmal eine Fotografie von ihm.
Durch Zufall fand Matthias Burkhardt 2009 im Nachlass der Malerin Thea Schreiber-Gammelin in Celje/Slowenien ein ziemlich zerfleddertes Exemplar seines Romanes, das nun als Vorlage dient für die Neuauflage durch den BS- Verlag Rostock.

Worum geht es in diesem historischen Roman?
Es geht um die Zeit des wohl größten Umbruchs in der Geschichte unseres mecklenburgischen Landes in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Der machtgierige Sachsenherzog Heinrich der Löwe, der in Braunschweig residierte, hatte mit einem starken Ritterheer die slawischen Gebiete östlich der Elbe überfallen. Unter der Führung von Obotritenfürst Niklot setzten sich die Slawenstämme erbittert zur Wehr, vergeblich. Niklot fiel im Kampf. Sein Sohn Pribislav ließ sich als Besiegter taufen und
unterwarf sich dem ,,Löwen“ als dessen Lehensmann. Der andere Sohn Wartislav verweigerte sich dem Christentum und wurde als Aufrührer hingerichtet. Dessen kämpferischer Sohn Niklav hielt die Slawenburg Kessin an der Warnow und die nahe gelegene Kultstätte des slawischen Gottes Goderak als Bollwerk gegen die Eroberer. lm Gefolge der sächsischen Ritter befanden sich nicht nur deutsche Siedler sondern auch Priester und Mönche, um die slawischen Stämme zu missionieren und eine ganz neue Kultur hier bodenständig zu machen. Zisterziensermönche aus Amelungsborn errichteten 1171 ein erstes Kloster in Althof. Dass alle diese Veränderungen nicht friedlich verliefen, zeigt die Tatsache, dass eine Gruppe kämpferischer Slawen im Jahre 1179 das noch junge Kloster zerstörte und die Bewohner ermordete. Von diesen Kämpfen und den ganz menschlichen Hintergründen erzählt dieser Roman.
Die spannend erzählte Geschichte einer slawischen Familie spielt sich in den unwegsamen Gebieten zwischen Kühlung, Hütter Wohld, der Burg Kessin und der sich rasch entwickelnden Slawensiedlung Rostock ab. Der Leser erfährt viel über die Lebensweise unserer slawischen Vorfahren, wie sich langsam aber sicher die neue Kultur durchsetzte. Auch aus den Geschichtsbüchern bekannte Persönlichkeiten spielen in dem Roman ihre Rolle. Geschichten von grausamer Gewalt, aber auch von Liebe und Eifersucht, schließlich aber von der Bereitschaft zum Sinneswandel der slawischen Ureinwohner spielen sich in dem Roman ,,Scheiterhaufen“ ab.
Nicht nur die nahen Orte zwischen Kühlung und Küste, sondern auch der im Ostseebad ansässige Autor Arnold Schneider qualifizieren dieses Buch zu einem ,,Kühlungsborner Roman“.