DIE SANKT-JOHANNIS-KIRCHE ZU BRUNSHAUPTEN ARENDSEE

Heinrich Schreiber

Vorgeschichte

„Bevor die Kirche zu Brunshaupten für die beiden Dörfer Brunshaupten und Arendsee gebaut wurde, lebten hier heidnische Wenden. Und zwar finden wir im ganzen Westen Mecklenburgs den mächtigen Stamm der Obotriten. Der Fulgenbach, der sein klares Wasser bei Brunshaupten ins Meer ergießt und der früher vielleicht ein Arm der Warnow gewesen sein mag, bildete die Grenze zwischen den beiden wendischen Stämmen der Obotriten und Leutizen. Die Wenden ernährten sich von Fischfang, sie trieben auch Handel und waren oft als Seeräuber gefürchtet. Sie hatten einfache Wohnungen und brachten ihren Götzen in den Wäldern Menschenopfer dar. Auch hier sind wendische Opferstätten gewesen. Darauf weist der Name ‚Buttweg‘ hin, den die alte Kröpeliner Landstraße noch heute im Volksmunde führt. Auf diesem Wege gelangte man nach einer Opferstätte, die mit Hecken und Hagedorn umgeben war. Weil an diesem Dorn im Herbst die roten Hagebutten sich zeigten, nannte man den dorthin führenden Pfad den Buttweg. Das ist nicht bloß hier der Fall, auch in andern Gegenden, in denen Wenden lebten, finden wir dieselbe Bezeichnung für einen nach einer wendischen Opferstätte führenden Weg. Mit Hagedorn wurden die Opferplätze bepflanzt, damit man leicht Reisig zum Anzünden des Feuers zur Hand hatte. Auch der ‚Dorngrund‘ beim Hotel zur Kühlung weist auf einen solchen Opferplatz.

Ist auch von einem etwaigen wendischen Dorfe Brunshaupten – der Name Brunshaupten ist übrigens deutsch – nichts mehr übrig, so haben doch in Brunshaupten-Arendsee auch früher schon Menschen gewohnt, bevor die Wenden das Land in Besitz nahmen. Es ist das sogenannte Steinzeitvolk gewesen, das hier lebte. Das beweisen die im Februar des Jahres 1903 bei Westphal’s Hotel gefundenen Steingeräte. Sie lagen in einer Höhlenwohnung, wie jenes Volk sie zu bauen pflegte. Man sah dort Teile von Kochgeschirren, einen Schleifstein, eine Nadel aus Stein u. a. Diese Wohnung ist etwa 4.000 Jahre alt. (Vgl. Die bei Sengebusch in Brunshaupten erschienene Schrift ‚Vom schönen Ostseestrand‘. Preis 50 Pfg.)

So haben also schon seit Jahrtausenden Menschen in der Gegend von Brunshaupten-Arendsee gewohnt. Aber von etwaigen Tempeln, Heiligtümern und Altären, die hier gestanden haben mögen, ist nichts erhalten geblieben. Auch das ist mit Bestimmtheit nicht zu sagen, ob dort, wo jetzt die Kirche steht, einst ein heidnisches Heiligtum gelegen hat.

Die Kirche besteht aus zwei voneinander deutlich abweichenden Teilen. Das sieht man schon von außen. In dem ältesten Teile befinden sich kleine schmale Fenster. Man nennt sie Schlitzfenster. Diese weisen uns in das 13. Jahrhundert zurück, und zwar in die Zeit, da man von dem sogenannten romanischen Baustil zu dem gotischen überging, die Fenster also nicht mehr ganz rund, sondern schon etwas spitz zu bauen anfing.

Dieser älteste Teil der Kirche ist zum größten Teil aus großen Feldsteinen gebaut. Es ist gewiß keine leichte Arbeit gewesen, einen Felsen nach dem andern immer höher hinauf zu bringen, bis endlich die Mauern der Kirche fertig waren. Aber Fleiß und Ausdauer führten zum Ziele.

Dieser Teil der Kirche schloß früher im Osten mit einer flachen Wand. Aber ein späteres Geschlecht wünschte ein größeres Gotteshaus zu haben. Darum nahm man die flache Wand im Osten fort und baute den schönen Altarraum, der noch heute das Auge jedes die Kirche Besuchenden erfreut. Zum Bau dieses Altarraumes benutzte man Feldsteine und Backsteine. Die großen hohen Fenster schmückte man im 17. Jahrhundert mit den Wappen, die größtenteils auf Einwohner von Brunshaupten-Arendsee hinweisen.

Verschiedene Sagen knüpfen sich an diesen Bau. Sie sind in der Schrift ‚Vom schönen Ostseestrand‘ mitgeteilt. Im Norden des Gotteshauses wurde die Sakristei, im Süden die sogenannte Leichenhalle angebaut. Letztere zeichnet sich durch einen schönen Giebel aus.

Der hölzerne Turm der Kirche ist oftmals erneuert worden. Im März des Jahres 1680 wurde er ganz niedergerissen und durch einen neuen ersetzt. Erst 1684 war der neue Turm vollendet, den auch ein neuer Knopf und Hahn zierte. Der Hahn soll ein Bild der Wachsamkeit sein und an die Verleugnung Petri erinnern, er soll also noch heute jedem zurufen: Wachet und betet!

Im Turm hängen drei Glocken. Die größte hat einen Durchmesser von 1,20 Meter und ist im Jahre 1840 von Hausbrandt in Wismar gegossen worden. Die zweite mißt 1,08 Meter und ist 6 Jahre jünger als ihre Schwester. Die kleine Glocke dient zum Beiern. Auch diese Glocken haben eine häufige Umwandlung erfahren. Die größte wurde z.B. 1720 in Lübeck umgegossen, war aber schon 18 Jahre später wieder geborsten. Erst 1789 wurde sie von neuem umgegossen.

Im Innern des Gotteshauses fällt uns die Kanzel sogleich in die Augen. Es ist bezeichnend, daß die vier Evangelisten hier barfuß dargestellt sind. Dieser Umstand weist uns in das 17. Jahrhundert zurück. Und in der Tat stammt die Kanzel aus dieser Zeit, nämlich aus dem Jahre 1698. Leider treten die Figuren Christi und der Evangelisten des gelben Anstrichs wegen nicht deutlich hervor. Die Kanzel, ein Geschenk des Pensionärs Hinrich Westphal, wurde von dem Bildhauer Adam Hartig angefertigt.

Um dieselbe Zeit wurde das Pflaster vor dem Altar erhöht und das ganze Dach der Südseite der Kirche neu gedeckt.

Einige Jahre später (1707) schaffte man den Tauf­engel an. Das geschah durch freiwillige Gaben, die die drei Kirchenvorsteher Klaus Krüger, Hans Wieck und Joachim Becker nebst dem damaligen Küster Peter Lefrens in einer versiegelten Schachtel innerhalb dreier Tage einsammelten, wobei sie von Haus zu Haus gingen. Die Sammlung ergab die Summe von 133 Mark lüb. und 3 Schillingen. Den Taufengel fertigte der Bildhauer Bernhard Lübbers in Lübeck an.

Gleichzeitig strich der Maler Sellin die Kirchenstühle und malte um die Fenster das Laubwerk.

Die für das Gotteshaus damals bewiesene Mildtätigkeit zeigte sich weiter in der Gemeinde, indem man noch 296 Mark lüb. 15 Schilling zusammenbrachte, um einen neuen Altar zu schaffen. Dieser jetzt durch einen neuen ersetzte Altar ist in der Schrift ‚Vom schönen Ostseestrande‘ genau beschrieben.

1710 wurde unser Orgelchor neu aufgebaut und eine neue Orgel angeschafft. Sie mußte später der jetzigen weichen. Auch der messingene Kronleuchter wurde der Kirche um diese Zeit geschenkt. Er ist im Jahre 1597 angefertigt und damals von Hans Bermann, Franz Rike, Hinrich Berens, Jürgen Swartekop, Berent Bremer, Steffen Wedege und Johann Ditzel einer andern Kirche geschenkt worden. Für unser Gotteshaus kauften diesen Kronleuchter im Jahre 1713 drei Gemeindeglieder, nämlich Margareta Dettlofs, Jochim Kind und Hans Wieck. Sie bezahlten in Rostock 8 Schilling für das Pfund. Der Kronleuchter kostete im Ganzen 10 Taler, 16 Schilling. Der andere Kronleuchter besteht aus gußeisernen Blumenranken.

Manche der 1708 der Kirche geschenkten Abendmahlgeräte sind im Jahre 1725 aus dem Kirchenblock gestohlen worden, aber sie wurden bald ersetzt und sind in den letzten Jahren ergänzt oder erneuert worden. Ein Gemeindeglied schenkte einen schönen silbernen Kelch. Die Kanne wurde von dem Ertrag eines Kirchenkonzerts gekauft.

Von den zinnernen Leuchtern stammt der älteste, von Joachim Westendorf geschenkte, aus dem Jahre 1603. Die Familie Westendorf ist noch jetzt in verschiedenen Zweigen der Gemeinde zu finden. Sie wohnt also bereits über 300 Jahre hier. Die andern zinnernen Leuchter sind 1818 und 1839 geschenkt worden.

Das alte Triumphkreuz der Kirche ist noch jetzt an seinem alten Platze.

Unter dem erst kürzlich angeschafften Kokosteppich im Altarraum befinden sich zwei Grabsteine. Der eine ist der des Pastors Heinrich Iden, der hier 1698 starb, der andere des fürstlichen Pensionärs Klaus Hagemeister, gestorben 15. August 1660. Die weitere Inschrift ist in dem bereits mehrfach erwähnten Buche ‚Vom schönen Ostseestrande‘ mitgeteilt worden.

Der Anstrich des Innern der Kirche wurde vor etwa 15 Jahren erneuert, soweit es möglich war. Bis dahin war die Kirche innen weiß getüncht, obgleich sie ursprünglich bunt gestrichen war. Denn die Nonnen, die einst aus Arendsee in der Altmark kamen und in Parchow bei Kröpelin ein neues Kloster anlegten, zierten die auf ihr Betreiben gebaute Kirche in Brunshaupten auch im Innern. Die Erbauung eines neuen Turmes ist der Jetztzeit aufbewahrt worden. Sie wird voraussichtlich mit der später wahrscheinlich werdenden Vergrößerung des Gotteshauses erfolgen.

Unsere Kirche wird auch von Fremden viel besucht, und verschiedentlich ist sie schon von Malern von innen und außen gemalt worden. Möchte sie vor allen Dingen den Gemeindegliedern den ins Herz malen, auf dessen Kreuz die Kirche im Innern und Aeußeren hinweist. Dann hat sie den Zweck erfüllt, zu dem einst fleißige Hände sie mit viel Mühe und Arbeit gebauet haben.“

Jürgen Jahncke: Messkorn für die Pfarre

In den Mecklenburgischen Bauernlisten des 15. und 16. Jahrhunderts fand sich folgende Notiz aus dem Jahre 1569: „Die Visitation von Bruns­haupten findet sich im Amt Neukloster 1568 – Der Pfarrer erhält von jedem Bauern 4 und von jedem Kossaten 2 Schilling statt des Messkorns. – Der Küster erhält 18 Scheffel Hafer aus Arns See, 16 aus Niederhagen und 24 aus Oberhagen, zusammen 4 Drömpt, 10 Scheffel.“

Am 20. August 1923 richtete die Landdrostei Bad Doberan an Pastor Schreiber zwei Fragen zum Messkorn mit der Bitte um Aufklärung.

Woraus begründet sich die Abgabe?
Wer ist zu ihrer Zahlung verpflichtet?

Pastor Schreiber antwortete darauf: „K. H. zurück an die Landdrostei Doberan mit der ergebensten Bemerkung, dass die hiesigen Herrn Hofbesitzer seit uralten Zeiten verpflichtet sind, an Pfarre und Küsterei zu Michaelis jeden Jahres Messkorn zu liefern. Diese Pflicht ging bei den Hufen, die die Gemeinde kaufte (wie z.B. Hufe 1, 8 und 9) auf diese über. Den übrigen Hofbesitzern nahm die Gemeinde (desgleichen Arendsee) diese Last ab, als die Neuverordnung der Gemeindeverhältnisse unter dem 15. Februar 1907 eingeführt wurde. Dort ist es landesherrlich bestätigt, dass die Gemeinde die bisherigen Lasten der zu Hand- und Spanndiensten und zu Stroh- und Messkornlieferung Verpflichteten übernimmt. Veröffentlicht ist diese Verfügung der neuen Gemeindesatzungen in den Zeitungen im Februar 1907, unterzeichnet auch vom Amt Doberan (von Bülow)
gez. Pastor Schreiber“

Das Missaticum, die Kornbitte, war als Messkorn eine Naturalleistung von den Höfen des Kirchspiels an die Pfarre. Sie war eine alljährliche Pflichtabgabe, die zum Unterhalt des Pfarrers beitrug und stammte aus dem Mittelalter, als die Einkünfte der Pfarrer sehr gering waren. Beim Messkorn handelte es sich um Roggen und Hafer, die in Scheffeln geliefert wurden oder durch Barzahlung abgelöst werden konnte.

Tatsächlich war die Zustimmung zur Neuordnung der Gemeindeverfassung 1907 die Voraussetzung für die Befreiung der Gemeindeverpflichteten von den bisherigen Hand- und Spanndiensten und zu Stroh- und Messkornlieferungen an Kirche, Pfarre, Küsterei und Schule. Der Mecklenburgische Großherzog Friedrich-Franz IV. schrieb damals an die Gemeinde Brunshaupten: „So wollen wir diesem Wunsche Rechnung tragen und für die diesbezügliche Regelung Unsere Landesherrliche bezw. Oberbischöfliche Bestätigung in Aussicht stellen. Es soll dabei zum Ausdruck kommen, dass alle Verpflichtungen von der Gemeinde übernommen und bestritten werden, und zwar mit Einschluss der Ablösesumme für Bestellung der Küsterländereien, welche bisher von den spannpflichtigen Erb­pächtern zu Brunshaupten aufgebracht wird.“

So wurden z. B. laut Akten aus dem Jahr 1917 aus der Gemeindekasse zu Michaelis von den Hufen 1, 6, 7, 9, 11, 13, 14 und 16 an die Pfarre Korngeld für 30 Scheffel und 1 Metze Roggen und 12 Eier aus Fulgen in Höhe von 304,68 Mark gezahlt und von Pastor Schreiber am 29. September 1917 bestätigt.

Die nachfolgende Aufstellung gibt einen detaillierten Überblick über die ursprüngliche Höhe der Pflichtleistungen in Naturalien der Brunshauptener Erbpächter und Hufner, der Erbschmiede und Erbmühle sowie von Fulgen, die seit 1907 durch Landesherrliche Anordnung aus der Gemeindekasse zu zahlen waren.

Heinrich Schreiber: Über die Restaurierung der ehemaligen Altarfiguren

Brunshaupten-Arendsee, den 3. Januar 1927, vermutlich im „Anzeiger für Brunshaupten, Arendsee und Umgegend“:
„Der letzte Abend des alten Jahres gewann bei uns noch seine besondere Bedeutung dadurch, daß in dem an ihm stattfindenden Gottesdienste die in alter Schöne wieder hergestellten Figuren ihrer Bestimmung übergeben wurden. Die Figuren sollten an das Museum in Schwerin abgeliefert werden, da sie in Gefahr standen, der Vernichtung durch Wurmfraß anheim zu fallen. In dankenswerter Weise haben sich unsere Gemeindevorstände bereitfinden lassen, die von Fremden und Einheimischen viel bewunderten Figuren wiederherstellen zu lassen und sie so unserer Kirche zu erhalten. Herr Kunstmaler Krause in Arendsee, der schon viele Kirchen ausgemalt und viele Altäre auch weit über Mecklenburgs Grenzen wiederhergestellt hat, unterzog sich in liebenswürdiger Weise der großen Mühe, sowohl die Bildschnitzereien zu ergänzen als auch die Farben abzulaugen, um den ursprünglichen Anstrich festzustellen. Eine mühevolle Arbeit war zu leisten. Aber sie gelang geradezu glänzend, so daß Herrn Krause ganz besonderer Dank der Kirchgemeinde gebührt. Nun stehen die alten Figuren (die aus einem Eichenklotz geschnitzte Madonna mag wohl auf 600 Jahre zurückblicken) in neuer Schöne als kostbare Zier in unserer Kirche. Möchte ihre mahnende Stimme, wie am Sylvester-Abend uns vorgehalten wurde, nicht umsonst erschallen. Möge sowohl die Maria mit dem Christuskinde als auch die Vertreter des Neuen Testaments (Paulus mit dem Schwerte und Petrus mit dem Himmelsschlüssel) wie die des Alten (Moses mit den Gesetzestafeln und David mit der Krone, Scepter und Harfe) uns alle Zeit erinnern an Gottes Gebote, zur Wachsamkeit, zum Glauben an das Kindlein in der Krippe, an den Mann am Kreuze. Unser Gotteshaus hat durch Aufstellen der Figuren einen reichen Schmuck erhalten.“

Jürgen Jahncke: Kühlungsborner St.-Johannis-Kirche wurde saniert

„Als nach der neunmonatigen Sanierungszeit die Glocken der St-.Johannis-Kirche im März 2012 wieder zum Gottesdienst riefen, erfüllte das gelungene Werk nicht nur die Glieder der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde mit Stolz, sondern auch viele Kühlungsborner, die sonst nicht zu den eifrigen Kirchgängern gehören. Beim Betreten des Gotteshauses spürt man es sofort: Der nun viel hellere Kirchenraum und seine neue dezente, klare und farbige Innenausstattung sind ein Meisterwerk zeitgemäßer Restauration, fachgerechter Sanierung und Modernisierung. Die Gediegenheit des alten ehrwürdigen Gewölbes mit dem später angebauten hochgotischen Chorraum, das schlichte Interieur aus dem Mittelalter, aus der Barockzeit und der neuzeitliche Altar sind Zeichen für die Lebendigkeit des Glaubens über viele Jahrhunderte hinweg, und in diesem Gotteshaus wird die Einheit von Glauben, Kircheninstitution und Gemeindeleben praktiziert.

Deshalb gilt all denen, die mit großem Verantwortungsbewusstsein, mit hoher Sachkenntnis und persönlichem Engagement die Sanierungs- und Restaurationsarbeiten ausgeführt haben, Lob und Anerkennung. Dem Bauleiter, Dipl.-Ing. Peter Blümel, und dem Baubeauftragten des Kirchenkreises Rostock, Wolfgang Weigel, gilt der besondere Dank. Zahlreiche Gewerke stellten ihr fachmännisches Können unter Beweis. Genannt werden sollen unter anderen die verantwortungsvolle Bauwerksuntersuchung von Herrn Dipl.-Ing Jörg Baschista, die Installierung von vielen Kilometern Kabel für die neue Elektroanlage durch die einheimische Elektrofirma Kamrath, die Aufarbeitung des Gestühls und die Anfertigung von Geländern durch den hiesigen Tischlermeister Finger, die komplizierte Ausmalung des Innenraumes der Kirche durch den Malerbetrieb Albath aus Klein Kussewitz, die nicht einfache Installierung der Heizungsanlagen durch die Firma Intek aus Ribnitz Damgarten und das Projektionsbüro Ludewig aus derselben Stadt. Die Baudenkmalpflege Prenzlau gestaltete den neuen Fußboden des Innenraumes und restaurierte Teile der Außenwand, der einheimische Garten- und Landschaftsbau Pieper gestaltete den Kirchenvorplatz neu. Die Restaurierung der spätmittelalterlichen Skulpturen stellte sich als große Herausforderung für den bekannten Rostocker Fachmann Georg von Knorre dar, der die Figuren des Kruzifixes zu den besonders wertvollen der Region zählt. Die Umsetzung der Orgel an ihren ursprünglichen Stellplatz nach vorangegangener Beseitigung von Holzschäden und Aufarbeitung der Orgelpfeifen durch die Orgelbaufirma Arnold aus Plau führte zu ihrer besseren optischen und klanglichen Wahrnehmung.

Die Beleuchtungskonzeption von Herrn Ohm, Lichttechnik Lambrechtshagen, und die neue Beschallungsanlage, die SEIS Akustik Berlin installiert hat, geben der St.-Johannis-Kirche nun eine moderne und unverwechselbare Atmosphäre. Äußerst wirkungsvoll erhellt die neue Beleuchtungsanlage wahlweise den Innenraum und den schlichten Chorraum oder die Triumphkreuzgruppe.

Der Neubrandenburger Maler und Grafiker Gerd Frick fertigte den neuen Altar, das Kreuz sowie das Lesepult an.

Alles wirkt schlicht – für evangelische Kirchen typisch. Alle drei strahlen im hellen Licht des Chorraumes, geben ihm die Würde und gestatten den Besuchern, sich auf das Wesentliche, auf die Figuren im Altarraum und auf die stille Andacht, zu konzentrieren. Der ebenfalls restaurierte freischwebende barocke Taufengel, von Luftströmungen im Innenraum lautlos, langsam sich hin- und herbewegend, breitet im wahrsten Sinne des Wortes, wie seit Jahrhunderten, seine sanften Flügel über die Gemeinde und alle Besucher aus.“ Zur Taufe wird er vor dem Gottedienst mit Hilfe eines Motors heruntergelassen.

Friedrich Crull: Die Kirche zu Brunshaupten

„Bekanntlich gehört Brunshaupten zu den Stiftungsgütern des Klosters Sonnenkamp, welches auch das Patronat daselbst hatte (Lisch M. U., Bd. II, Nr. I., XLIX). Das Schiff der Kirche, aus Granitfindlingen erbaut, gehört einer sehr frühen Zeit an. Anscheinend waren früher auf jeder Seite zwei Fenster im Uebergangsstyle mit Ziegeleinfassung angebracht, jetzt ist dies nicht mit Sicherheit mehr zu erkennen, da durch das Einsetzen von Gewölben das Ganze vollständig verbaut ist. Der Chor, polygon geschlossen, mit weiten Fenstern, stammt vielleicht erst aus dem 16. Jahrhundert, und aus derselben Zeit Sacristei und Leichhaus, welches letztere einen Giebel von recht guter Anordnung hat.

Die Fenster des Chores sind reich an Glasmalereien aus dem 16. Jahrhundert, meist Symbole und Wappen, unter letzteren das meklenburgische, dänische und pommersche; auch ein Marienbild ist darunter.

In der Kirche hängt ein Kronleuchter von 1592. Eine der Glocken soll alt sein.
D.C.W“

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