Aus Japan nach Kühlungsborn – Kirchenmusikerin Mariko Sakuraya

Mariko Sakuraya ist die Elternzeitvertretung für die Kühlungsborner Kantorin Sophie Feine.

Mariko Sakuraya stellt sich vor:

Liebe Gemeindemitglieder,
ich freue mich, dass ich mit Ihnen ab Juni die Kirchenmusik in Kühlungsborn gestalten darf.
Vorher möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen:
Mein Name ist Mariko Sakuraya und ich komme aus Japan.
Dieses Land ist zwar vorherrschend buddhistisch geprägt, aber schon mein Großvater hatte sich dem Christentum zugewendet und eine evangelische Gemeinde mit gegründet. Daher bin ich in einer sehr christlichen Familie aufgewachsen und habe von Kindesbeinen an die Vielfalt eines aktiven Gemeindelebens kennengelernt und genossen. Ich erinnere mich an die Krippenspiele, den Kindergottesdienst, die Bibelstunden und die Ausflüge zu einer Partnergemeinde im Sommer direkt ans Meer. Meine ersten musikalischen Erlebnisse hatte ich im Chor unserer Gemeinde. In unserem Gesangsbuch gab es auch viele deutsche Choräle, besonders „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ hat mich bewegt. Ich bekam Klavierunterricht und während meiner Zeit am Gymnasium fing ich an, den Gottesdienst in meiner Heimatkirche am Harmonium musikalisch mitzugestalten. Die Kirche wurde für mich ein zweites Zuhause.
Leider gibt es in Japan kein Kirchenmusikstudium, deshalb habe ich am evangelischen Kobe College (evangelische Missionsschule) den Diplomabschluss für Orgelspiel gemacht und zusätzlich Gesang und Flöte studiert.
Für ein zweijähriges Masterstudium bin ich danach nach Freiburg gegangen. Dort habe ich musikalisch noch viel dazugelernt und auch gute Freunde gefunden.

Nach meiner Rückkehr nach Japan habe ich über zehn Jahre lang Orgel unterrichtet, mit Chören gearbeitet und weiterhin Gottesdienste musikalisch gestaltet.

Die Tsunami-Katastrophe 2011 hat auch meinem Leben eine drastische Wendung gegeben.
Ich bin wieder nach Deutschland zurückgekommen um hier heimisch zu werden. In Heidelberg habe ich das Kirchenmusikstudium begonnen und in Düsseldorf beendet. Währenddessen habe ich auch in Mannheim und Essen Gottesdienste gespielt.

Die Zusammenarbeit mit Menschen ist für mich ein großes Bedürfnis.
Jetzt freue ich mich sehr darauf, Sie kennenzulernen und gemeinsam mit Ihnen die Gottesdienste zu gestalten.

Japan ist eine Insel. Dort fühlen wir eine besondere Verbundenheit zum Meer. Wahrscheinlich geht es den Menschen in Kühlungsborn genauso.

Ich freue mich auf ein gemeinsames Stückchen Heimat in Kühlungsborn.