Spendenaktion “Neue Glocken für die St-Johannis-Kirche”

Neuer Zwischenstand!

…. aus dem Gemeindebrief Dez/Febr 2021/22

“Neue Glocken für die St.-Johannis-Kirche”

Die kleine Bronzeglocke bekommt zwei neue Geschwister

Liebe Glockeninteressierte,
unsere Gemeinde kann sich freuen. Durch den großen Einsatz des Glockensachverständigen Claus Peter ist es gelungen, auf der Glockenbörse zwei Bronzeglocken festzumachen. Vom Gewicht her entsprechen sie der Statik des Glockenturms. (Glocke mit Schlagton g1+2 (583 kg) (Inschrift: HEILIG, HEILIG, HEILIG IST DER HERR (JES. 6/3) und Glocke mit Schlagton c2+2 (294 kg) (Inschrift: EHRE SEI GOTT (LUK. 2/14)) Im Klang passen beide gut zur kleinsten Glocke, so dass das Dreiergeläut in sich gut abgestimmt ist, so Claus Peter.

Jetzt müssen die Genehmigungen von den Aufsichtsbehörden zweier Landeskirchen eingeholt werden (Landeskirche Hannover und Nordkirche). Das wird seine Zeit benötigen. Wenn beide Behörden grünes Licht gegeben haben, können die Glocken von der Glockenbörse GbR in Burgdorf (bei Hannover) abgeholt werden. Sichtbar für alle aufgestellt werden die Glocken zunächst im Glockenturm. Gleichzeitig wird sich auch das hochgesteckte Spendenziel von ehemals 50.000 € verringern.

Mit den bereits eingegangenen Spenden in Höhe von 22.411 € können wir den Kauf der Glocken und einen kleinen Teil des Einbaus finanzieren. Dazu gehören u.a. neben dem Arbeitslohn die Herstellung zweier neuer Glockenjoche, die Verstärkung des Glockenstubenbodens, der Kauf von zwei neuen Glockenmotoren, die Verlegung der Turmuhr aus dem Schwingungsbereich der Glocken usw.. Eine verlässliche Aussage über die Gesamtkosten ist zur Zeit noch nicht möglich, da noch einige Angebote fehlen.

Seit Advent 1958 sind die in Apolda gegossenen Stahlglocken “Kantate” und “Jubilate” in unserer St-Johannis-Kirche nun schon im Einsatz. Damals wurden sie unter großer Beteiligung der Bevölkerung feierlich begrüßt, als sie vom Bahnhof zur Kirche mit einem Pferdefuhrwerk transportiert wurden. Der Glockensachverständige Peter hat empfohlen, sich bald um neue Glocken zu kümmern. Denn Stahlglocken aus der Zeit um 1958 haben erfahrungsgemäß etwa eine Haltbarkeit zwischen 60 und max. 80 Jahren. Aus diesem Grunde hat die Kirchengemeinde erwogen, bei einem Seebrückengottesdienst die Spendenaktion für das Projekt “Neue Glocken für die St-Johannis-Kirche” ins Leben zu rufen.

Sobald die genauen Kosten für das Glockenprojekt feststehen, werden wir nochmals einen Spendenaufruf starten. Ist die Finanzierung gesichert, können wir mit dem Ausbau der alten Glocken und dem Einbau der zwei Bronzeglocken beginnen.

Wir freuen uns, das bereits der Musikverein „Musica sacra Kühlungsborn e.V.“ zugesagt hat, uns aktiv bei der Beschaffung von finanziellen Mitteln zu unterstützen.

Liebe Glockeninteressierte, ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam auch dieses Projekt in naher Zukunft umsetzen werden.

Matthias Borchert (Pastor)

Seit Advent 1958 sind die Stahlglocken “Kantate” und “Jubilate” in unserer St-Johannis-Kirche nun schon im Einsatz. Ein Glockensachverständiger hat empfohlen, sich auf den Guss zweier neuer Glocken einzustellen, denn Stahlglocken aus dieser Zeit (1958) haben etwa eine Haltbarkeit zwischen 60 und max. 80 Jahren. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, zwei neue Bronzeglocken gießen zu lassen und bitten deshalb um Spenden für dieses Projekt.

Jeder Euro zählt

Ob 5 Euro, 10 Euro oder mehr – wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unser Glocken-Projekt mit einer Spende unterstützen und so zum Erhalt der St-Johannis-Kirche beitragen!

Über Spendergelder in Höhe von 4.000 Euro konnten wir uns während der Feierlichkeiten zu “800 Jahre Kirche Kühlungsborn” freuen. Am 24.11.2021 wurden anonym 8 T€ gespendet. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Unterstützer!

So viel wurde bereits gespendet (Euro)

Stand: 27.11.2021  Insgesamt werden 40.000 Euro benötigt.

Sie möchten spenden?

Bitte überweisen Sie Ihre Spende auf folgendes Konto:

Kirchengemeinde Kühlungsborn (Achtung: Neue IBAN ab 18.12.2020)
IBAN DE67 5206 0410 2005 0502 00
BIC GENODEF1EK1
Kennwort: 2 Glocken für Ev. Kirche in Kühlungsborn

Historie der Kirchenglocken der St.-Johannis-Kirche

1492

Inschrift der Glocke: „O rex gloriae, Christe, veni cum pace“ („O König der Herrlichkeit, Christus, komm mit Frieden“)

1916

Aufrufe an die Bevölkerung: „Gold gab ich zur Wehr. Eisen nahm ich zur Ehr.“ Aufforderungen, alle kriegswichtigen Materialien aus Industriemetall und Eisen abzuliefern. Vermutlich werden die Prospektpfeifen der Orgel auch abgegeben.

1917

Erneute Registrierung der Kirchenglocken und deren Einschätzung nach neuen Richtlinien: Gruppe A (ablieferungspflichtig), Gruppe B (mäßiges Kunstwerk), Gruppe C (besonderer Kunstwert). Die älteste und kleinste Bronzeglocke aus dem Jahr 1495 wird als besonderes Kulturgut eingestuft.

5. November 1917

Ablieferung der größten Bronzeglocke.

26. März 1918

Mit der Ausgabe von Brotkarten wird eine öffentliche Bekanntmachung an die Bevölkerung ausgehändigt: Freie Haushaltsgegenstände aus Industriemetall wie Bierkrugdeckel, Gewichte, Fenstergriffe und Türklinken sind als kriegswichtig abzuliefern. Die Abgabe von Gold gilt als vaterländische Pflicht. Gesammelt werden auch Altkleider und Stoffabfälle.

8. August 1924

Kirchgemeinde und Gemeindevorstände von Bruns- haupten und Arendsee rufen zu einer Spendensammlung für den Erwerb einer neuen Kirchenglocke auf.
Der Kostenvoranschlag beträgt 3.300 M bis 3.600 M. Im Oktober 1924 wird die neue Glocke bei der Firma Schilling Söhne in Apolda in Auftrag gegeben und bereits am 6. März 1925 geweiht.

1936

Das nationalsozialistische Deutschland forciert die Vorbereitungen eines neuen Krieges mit seinem Vierjahresplan. Zum Aufrüstungsprogramm gehört die Eingliederung von Altstoffverwertung in die Wirtschaft wie z.B. Abfälle aus Industriemetall, Altpapier, Fellen, Flaschen und Knochen.

8. Mai 1940

Sämtliche Glocken aus Bronze und Gebäudeteile aus Kupfer werden erfasst und auf Anforderung unverzüglich der Rüstungsreserve zugeführt.

1942

Es erfolgt die Ablieferung der beiden großen Glocken.

1950er-Jahre

Nachforschungen nach dem Verbleib der Kirchenglocken auf einem der vielen Glockenfriedhöfe verlaufen ergebnislos.

1958

Die Kirchgemeinde lässt zwei stählerne Glocken in Apolda gießen. Im Advent 1958 werden sie („Jubilate“ und „Kantate“) unter großer Beteiligung der Bevölkerung installiert.

2019

Die Kirchgemeinde erwägt, zwei neue Bronzeglocken gießen zu lassen.